March 2016

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Smartphones sind überall in der gesamten Bevölkerung im ständigen Einsatz. Viele Unternehmen erlauben inzwischen ihren Arbeitnehmern, ihre privaten Handys für Unternehmenszwecke einzusetzen, Stichwort BYOD. Das hat nicht nur die Benutzerzufriedenheit deutlich erhöht, sondern auch die Flexibilität ihrer Arbeit drastisch verbessert. Auch die Unternehmen haben profitiert: durch ein modernes und Mitarbeiter-zentriertes Image, das sie auch für den Bewerbungsmarkt sichtlich attraktiver macht. Was liegt näher, als diese Win-Win-Situation weiter zu nutzen und auf die Zutrittskontrolle zu übertragen, konkret: Smartphones, egal ob in Unternehmens- oder Mitarbeiterbesitz, für den Zugang zu Gebäuden, Parkplätzen oder Kantinen einzusetzen? Spätestens dann, wenn auch intelligente Wearables wie die Smartwatch ihren Durchbruch haben, sollten Unternehmen darüber nachdenken, diese Devices strategisch in ihre Sicherheitsinfrastruktur zu implementieren. Auch in diesem Fall würden beide Parteien deutlich profitieren: die Arbeitnehmer, weil sie ein völlig neues Niveau der Benutzerfreundlichkeit hinzugewinnen; Unternehmen, unter anderem durch einen deutlich verringerten Administrationsaufwand.

Die folgenden fünf Schritte sollen einen Überblick darüber geben, wie Unternehmen eine solche Implementierung angehen können.

Schritt 1: Analyse des vorhandenen Zutrittskontrollsystems

Zunächst muss die aktuelle Zutrittskontroll-Infrastruktur analysiert werden. Wie alt ist das bestehende System, vor allem die Lesergeräte? Reicht ein Upgrade oder müssen die Leser komplett erneuert werden? In der Regel sind ältere Kartenleser weder BLE- noch NFC-fähig. Man muss hier prüfen, wie weit der Controller offene herstellerunabhängige Standards wie RS484 OSDP, Wiegand oder Clock&Data unterstützt. Wenn das der Fall ist, steht einer sanften Migration nichts mehr im Wege. Sofern ein Upgrade auf eine aktuelle Technologie sowieso nötig ist, sollte man bei der Auswahl des neuen Systems immer darauf achten, dass die Kartenleser über offene Kommunikationsschnittstellen verfügen, idealerweise über eine OSDP-RS485-Schnittstelle, die man auch für Firmware-Updates verwenden kann. Wichtig ist, dass die neuen Leser aufrüstbar sind, auch wenn man den mobilen Zugang über das Handy vorerst nicht direkt einsetzen möchte. Gibt es bereits ein Zutrittskontrollsystem mit Zugangskarten oder Schlüsselanhängern, ist das Ziel nicht einfach der Austausch einer bestehenden Lösung durch eine neue. In vielen Fällen mag das zwar der richtige Weg sein, es mag aber auch durchaus Sinn machen, Smartphones oder Wearables als Ergänzung zu bestehenden Karten einzusetzen, oder nur gewissen Personen den bequemen Zugang per Handy zu gewähren, etwa der Führungsriege.  

Schritt 2: Welche Smartphone-Typen sollen unterstützt werden?

Nach der Analyse des bestehenden Systems muss geklärt werden, welche mobilen Geräte unterstützt werden sollen und welche nicht. Die Analyse der Nutzerbasis hilft bei der Gestaltung einer effizienten Lösung. Wie viele Anwender sollen für die Mobile-Access-Lösung registriert werden? Welche Bereiche könnten am meisten davon profitieren: der Parkplatz, der Haupteingang? Welche unterschiedlichen Rollen und Zutrittsrechte müssen übertragen und verwaltet werden? Die Antworten variieren von Unternehmen zu Unternehmen. Gibt es ausschließlich Firmenhandys oder ist es Mitarbeitern gestattet, ihre eigenen Geräte zu nutzen, ist also eine BYOD-Strategie implementiert? In diesem Fall fällt der Support-Aufwand deutlich höher aus. Die momentan vorherrschenden Technologien in Smartphones und Tablets sind Bluetooth Smart und NFC, manchmal auch beide gleichzeitig. Beide unterstützen die Authentifizierung über kurze Distanz, aber nur mit Bluetooth Smart kann sowohl der „Tap“-Modus für den Zutritt durch kurzes Antippen des Lesegeräts als auch die Gestensteuerung aktiviert werden. Im Modus für den gestengesteuerten Zutritt – bei HID Global nennen wir ihn „Twist and Go“– wird das Lesegerät durch eine Drehbewegung des Handys aus größerer Distanz (bis zu sechs Metern) aktiviert. Typischerweise unterstützen Android-Geräte sowohl Bluetooth Smart als auch NFC. Das iPhone 5s und frühere Apple-Geräte unterstützten NFC nicht, die Modelle 6 und 6s gegenwärtig nur bei Apple Pay. In Unternehmen mit einer großen iPhone-Basis wäre also Bluetooth Smart eindeutig die Technologie der Wahl.

Schritt 3: Upgraden der Hardware vor Ort

Nach der Bewertung und Analyse der notwendigen Technologien können Unternehmen die Installation von neuer Hardware oder Upgrades bestehender Lesegeräte planen. Müssen Lesegeräte ausgetauscht werden, sollte sichergestellt werden, dass sie mobile-ready sind, um unnötige Folgekosten wie das Nachrüsten der BLE-Module und das verbundene Flashen des Lesers zu vermeiden. Damit ist man für die Zukunft gerüstet und das Investment lohnt sich auch langfristig. Dieser dritte Schritt ist vollständig abhängig von den Ergebnissen in Schritt 1 und 2, die entsprechend gründlich durchgeführt werden müssen. Parkgaragen, Haupteingänge oder Fahrstühle profitieren alle von Lesegeräten mit größerer Reichweite, die von Bluetooth Smart unterstützt werden. Das Öffnen eines Garagentors aus einem Auto heraus oder der Zutritt zu einem Gebäude einfach nur, indem man darauf zugeht, bedeutet schon einen sehr großen Gewinn an Benutzerfreundlichkeit für die Mitarbeiter. Andererseits sollten Türen, die nah aneinander stehen, eher durch einen direkten Leser-Kontakt geöffnet werden, damit nicht die falsche Tür unabsichtlich geöffnet wird – beispielsweise in einem langen Korridor mit vielen Lesegeräten. Unternehmen sollten sich deshalb die Zeit nehmen, Ihre Anforderungen genau zu spezifizieren: nur so kann eine kosteneffiziente und sichere Lösung entstehen.

Schritt 4: Ermittlung der richtigen Software

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Die NFC-Technologie (Near Field Communications) erfreut sich wachsender Beliebtheit und wird immer häufiger für mobile Zahlungen und weitere Anwendungen genutzt. Wir gehen der Frage nach: „Was kann ich mit einem NFC-fähigen Telefon sonst noch anfangen?“ Ich habe dieses Jahr viele NFC- und RFID-Konferenzen besucht und mich davon überzeugt, dass es zahlreiche coole Möglichkeiten gibt, um mittels NFC komplexe Arbeitsabläufe in den Griff zu bekommen und sensible Transaktionen abzusichern. Und da jetzt auch das „Internet of Things“ (IoT) immer mehr in das Bewusstsein der Unternehmen rückt, stehen Lösungen, die für die Sicherheit von NFC-Anwendungen sorgen, im Brennpunkt des Geschehens.

Eine Reihe von Einsatzmöglichkeiten fällt unter die Rubrik „Anwesenheitsnachweis“. Hierbei geht es um den Nachweis, dass eine Person sich dort befindet, wo sie zu sein behauptet. Möglich wird der digitale Anwesenheitsnachweis mithilfe von unklonbaren NFC-Tags und einem Cloud-Authentifizierungsdienst. Er bringt Vorteile für die Rechnungsprüfung und verhindert Abrechnungsbetrug. Hier ein paar Beispiele:

  • Electronic Visit Verification (EVV)

    Behördliche Auflagen und private Kostenträger fordern die Einführung von EVV, um Betrugsfälle bei der häuslichen Krankenpflege zu bekämpfen. Bei einer NFC-basierten EVV-Lösung werden sichere NFC-Tags in der Privatwohnung der Patienten angebracht. Die Pflegeperson tippt am Anfang und Ende des Besuchs mit dem Smartphone auf den Tag und beweist so, dass sie physisch anwesend war. Damit ist der Besuch dokumentiert und kann korrekt abgerechnet werden. Weitere Informationen finden Sie unserem Whitepaper.

  • Kontrollgänge von Wachpersonal

    Sichere Tags werden über Gebäude und Gelände verteilt angebracht und der Wachmann muss diese per Tap mit dem NFC-Mobiltelefon, das er ohnehin bei sich trägt, aktivieren. So werden bei den Kontrollgängen sämtliche besuchten Orte digital dokumentiert. Um die Sicherheit des Gebäudes zu gewährleisten, werden alle Daten über ein cloudbasiertes System für die Berichterstellung und Analyse zentral erfasst.

  • Zeiterfassung

    Ein cloudbasiertes Zeiterfassungssystem ist überall schnell eingerichtet. Mit einem Mobiltelefon,Tablet oder einem USB-Lesegerät am PC wird die Anwesenheit von Personen durch einen Tap mit dem Ausweis kontrolliert.

Auch bei der Verwaltung von Gütern und Werten wird NFC eingesetzt. Anhand der Kennzeichnung von Gegenständen mit eindeutigen NFC-Formfaktoren lässt sich automatisch das Ein- und Auschecken von beispielsweise Sportausrüstung, Mietfahrrädern, Schlüsseln für Immobilienhändler und anderen Leihartikeln verfolgen.

Auch bei der Interaktion mit Verbrauchern spielt NFC eine wichtige Rolle. Für Markeninhaber sind die Hunderte Millionen NFC-Telefone in den Händen der Verbraucher ein sicherer und bequemer Weg, um mit ihren Kunden in Kontakt zu treten. Beispielsweise kennzeichnen Hersteller zum Schutz ihrer Marke manche Artikel (von Alkohol bis hin zu Medikamenten) mit sicheren NFC-Tags als Beweis für ihre Echtheit. NFC-Tags werden auch eingesetzt, um den Vertrieb über den grauen Markt (außerhalb der offiziellen Vertriebswege) und Garantiebetrug zu verhindern.

Digitales Marketing ist ein weiteres Beispiel für den Einsatz von NFC-Tags zur Kundenbindung. Immer häufiger sieht man NFC-Aufkleber bei Außenwerbung an Bushaltestellen sowie in Geschäften. Jetzt beschränkt sich diese Werbung nicht mehr auf reine Information, denn sichere NFC-Tags werden auch für interaktive Kampagnen, wie Verlosungen und Kundenbindungsprogramme, eingesetzt. Mit der Einbindung von NFC-Technologie in Marketingprogramme können Marketingabteilungen unverzüglich auf den Verlauf der Kampagne reagieren und sich, wenn Anpassungen nötig sind, auf messbare Daten stützen.

Alle diese neuen Anwendungen kommen 2016 auf den Markt. Ich rechne deshalb mit einem lebhaften Jahr für Internet-of-Things-Anwendungen und NFC mit zunehmender Verbreitung auf verschiedenen Märkten und weiteren technologischen Innovationen. Halten Sie sich auf dem Laufenden, denn HID Global und seine Partner sind dabei, weitere neue Anwendungsmöglichkeiten zu entwickeln und bestehende auszubauen.

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Sicherheit wird mobil - für ein besseres Nutzererlebnis

HID Global beleuchtet fünf Trends, die in diesem Jahr beim Thema „Sichere Identitäten“ tonangebend sein werden.  Hier zeichnet sich insbesondere der Trend hin zu mehr Mobilität in der Sicherheit ab. Diese Entwicklung wird sich rasch ausbreiten und viel Raum für die Personalisierung bieten.

Die Anwendungsbereiche für unsere Smartphones werden immer vielseitiger. Wir möchten überall und jederzeit online sein. Jetzt gibt es Methoden, all diese Anwendungen sicherer zu machen und gleichzeitig den Umgang mit dieser Sicherheit komfortabler zu gestalten – zu Hause, im Büro, unterwegs und online. 

Bereits vor Jahren haben wir damit begonnen, Telefone in Ausweise, Schlüssel und Anmeldetoken für Computer zu verwandeln. Gleichzeitig haben wir Sicherheitslöcher geschlossen, die eine anfängliche Begleiterscheinung der Mobilität waren. Mit der aktuellen Entwicklung formt sich ein völlig neuer Lifestyle mit sicheren digitalen Identitäten; und im Zentrum finden sich unsere allgegenwärtigen mobilen Geräte:

  • Die Ausgabe mobiler IDs, das Onboarding, die Verwaltung sowie die professionelle Unterstützung bei der Einführung und Ausarbeitung der Infrastruktur haben sich rasch weiterentwickelt und wurden drastisch vereinfacht. Deshalb wird sich die Nutzung von Mobile Access Lösungen genauso rasant weiter verbreiten, und das Vertrauen in die Sicherheit dieser mobilen Lösungen wird sich schnell festigen. 
  • Touristen öffnen schon heute ihre Zimmertüren mit dem Smartphone, Studenten öffnen ihre Zimmer im Studentenwohnheim mit dem Telefon und Bankkunden tätigen ihre Bankgeschäfte auf dem Handy - und weitere Anwendungen werden schnell hinzukommen. 
  • Auch das Login am Computer und in Netzwerke wird sich noch reibungsloser auf Smartphones, Tablets und Laptops verlagern. 
  • Pflegekräfte beim Hausbesuch, Wachleute auf Streife, Inspektionsteams bei Ortsbesichtigungen und Produktionsarbeiter protokollieren ihre Anwesenheit per Tap mit dem Handy an RFID-Tags und können Vorgänge im Internet of Things (IoT) sicher kontrollieren. 
  • Hinzu kommen Wearables und andere mobile Geräte, die dem Nutzer zusätzliche Auswahlmöglichkeiten und Flexibilität bieten.
  • Mit der Verlagerung von sicheren Identitäten auf Smartphones können sich auch Ausweissysteme für Bürger radikal verändern.  Mobile Geräte können als Lesegerät fungieren und kostspielige Infrastruktur überflüssig machen. Gleichzeitig ebnen sie den Weg für neue Personalausweisanwendungen, die über eine einfache visuelle Identifizierung hinausgehen.

Sehen Sie sich das Video an und halten Sie sich auf dem Laufenden zum Thema sichere Identitäten, Best Practices für Datenschutz und Sicherheit, vernetzte Identitäten und das Internet of Things (IoT).